Bericht Santa Maria de la Esperanza, Olon
Liebe Freunde, Mitglieder und Spender:innen von GRATEFUL CHILDREN
Mit diesem Informationsbericht möchte ich Sie über die Verwendung Ihrer Mitgliederbeiträge und Ihrer Spendengelder im oben erwähnten Zeitabschnitt informieren. Am 22. Februar 2024 hat uns GRATEFUL CHILDREN den Betrag von CHF 12 500.— überwiesen, womit wir folgende Bedürfnisse abdecken konnten:
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- CHF 3 720.05.— benötigten wir für den Kauf von Medikamenten
- CHF 8 779.95.— wurden für Toiletten- Hygieneartikel und Waschmittel verwendet.
Auch im kommenden Jahr setzen wir auf Ihre Unterstützung, die wir erneut für medizinische Versorgung und juristische Beratung einsetzen werden. Beide Bereiche sind für uns und vor allem für die Kinder von zentraler Bedeutung.
Gerne möchte ich Euch ein Update zu unserem Werk in Ecuador geben. Wie seid Ihr ins neue Jahr gestartet? Ich hoffe, Ihr erfreut Euch guter Gesundheit, seid glücklich und könnt den Frieden in Eurem Leben schätzen. Unsere Gedanken sind stets bei Euch.
Zwischen Besorgnis und Hoffnung: Ein Appell zum Jahresbeginn
Ein neues Jahr beginnt, und wir blicken dem Geschenk der Zeit hoffnungsvoll entgegen. Doch zugleich erfüllt uns die Weltlage mit grosser Besorgnis: Die Kriege finden kein Ende, und die Spannungen – ob im Kleinen oder zwischen den Weltmächten – nehmen stetig zu. Wenn wir unseren Blick nach innen richten, wird deutlich, wie oft das Zusammenleben der Menschen scheitert, sei es in den Familien oder zwischen den Völkern. Viele grundlegende Werte werden weltweit nicht mehr geachtet, was tiefgreifende Konsequenzen mit sich bringt. Mit Entsetzen stellen wir fest, dass der Wert des Lebens verblasst und dass Machtstreben, Egoismus, Ausbeutung und ein rücksichtsloses Streben nach Profit kaum noch Grenzen kennen. Es liegt an uns, bei uns selbst zu beginnen und uns nicht von diesen Strömungen der modernen Welt mitreissen zu lassen.

Ecuador im Schatten des Drogenhandels
Ecuador stand im vergangenen Jahr häufig im Mittelpunkt der Schlagzeilen, und die Lage bleibt alarmierend. Das erste Jahr im Amt war für den jungen Präsidenten eine große Herausforderung. Die Hafenstädte Guayaquil, Manta und Posorja bieten durch ihre direkte Lage am Meer ideale Bedingungen für den Drogenhandel, wodurch Ecuador zu einem zentralen Umschlagplatz geworden ist. Für diejenigen, die in den Drogenhandel verwickelt sind, besteht eine ständige Lebensgefahr: Verrat, Ablehnung, Streitigkeiten oder der Versuch, aus dem Netzwerk der Drogenkartelle auszusteigen, werden oft mit dem Tod bestraft. Über Jahrzehnte hinweg hat sich der Drogenhandel im Untergrund ausgebreitet, organisiert und tief verwurzelt, was den Kampf dagegen heute besonders schwierig macht.
Einblicke in unseren Alltag

Ich möchte Euch einen Einblick in unsere „kleine Welt“ geben, hinter die Türen unserer Stiftung. Jeden Tag widmen wir uns den Kindern – diesen oft verletzten kleinen Leben, die unsere Nähe, unsere Hilfe, unsere Umarmung und unser ganzes Engagement benötigen. Unsere Nächte sind oft unruhig, denn viele unserer Babys kommen drogenabhängig zu uns und verlangen ständig nach Nahrung in der Hoffnung auf den Drogeneffekt, der nicht mehr kommt.
Wir leiden mit, wenn sich die gerichtlichen Verfahren für Adoptionen endlos hinziehen. Währenddessen lernen die Kleinkinder bei uns laufen, sprechen ihre ersten Worte – obwohl sie längst bei liebevollen Adoptiveltern sein sollten. Dennoch gibt es auch Lichtblicke: Vor einem Monat wurde ein Geschwisterpaar im Alter von 5 und 8 Jahren adoptiert, und in Kürze werden zwei weitere Kleinkinder ihr neues Leben bei Adoptivfamilien beginnen können. Diese Momente erfüllen uns mit grosser Freude!
Bei den älteren Kindern kämpfen die Erzieherinnen oft mit den Verhaltensweisen, die von den schmerzhaften Familienerfahrungen dieser Kinder geprägt sind. In den ersten Nächten bei uns werden die Erinnerungen an Misshandlungen, Ängste und Traumata in ihren Träumen lebendig. Die Missioneras, die in den verschiedenen Häusern mit einer Gruppe zusammenleben, schlafen daher mit offener Zimmertür, um kein Weinen zu überhören. Doch manchmal, nach einem anstrengenden Tag, kann es passieren, dass sie tief schlafen. Dann stehen die Kinder mitten in der Nacht weinend neben ihrem Bett und suchen Trost und Geborgenheit. Es braucht Zeit, bis in das Unterbewusstsein der Kinder dringt, dass sie hier sicher, geliebt und geschützt sind.
In ruhigen Momenten stellen die Kinder viele Fragen, die uns tief berühren: „Warum ist mir das passiert?“ „Warum war ich in meiner Familie nicht wichtig?“ „Warum hat meine Mutter mir nicht geglaubt, was mir während ihrer Abwesenheit geschehen ist?“ „Muss ich jetzt keine Angst mehr vor Drohungen haben?“
Die Liste der Herausforderungen ist lang. Wie sollen sich die Kinder auf die Schule konzentrieren, wenn ihre Trennung von der Familie mit Polizeieinsatz geschah? Wie lässt sich der Schmerz überwinden, wenn Eltern nicht zu Besuch kommen? Und wie kann man den Hass bewältigen, der sich durch Misshandlungen ins Herz gegraben hat?
Trotz all dem gibt es auch Erfolge, die uns ermutigen: Verbesserungen im Verhalten, wiedergewonnene Lebensfreude, gute Schulnoten, gewonnene Preise bei Sportwettbewerben, und unerwartete Fußballtalente, die uns staunen lassen. Über diese Fortschritte freuen wir uns gemeinsam mit den Kindern.
Mit viel Geduld begleiten wir sie auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft. Diese Arbeit erfüllt unsere Tage, Monate und Jahre – und auch dank Eurer Unterstützung können wir viele Leben verändern.
Nun stehen wir kurz vor den Abschlussprüfungen, und Ende Februar beginnt die Ferienzeit. Die Nachmittage werden wir am Strand verbringen: schwimmen im Meer, Sandburgen bauen, ausruhen im Schatten, ein erfrischendes Eis geniessen oder Fussball spielen. Nach all den Herausforderungen haben die Kinder diese Erholung mehr als verdient – denn es sind endlich Ferien!

Hoffnungsfamilie
Wir blicken auf ein herausforderndes Jahr zurück, in dem der Staatsvertrag beispiellose Schwierigkeiten und Verzögerungen mit sich brachte. Nun ist bereits Januar, und der Staat schuldet uns noch immer Zahlungen für sechs Monate. Diese Situation hat uns in große finanzielle Not gebracht. Doch mit Gottes Vorsehung, der Unterstützung von Patenschaftspfarreien, Eurer Hilfe und durch Kredite konnten wir diese schwierige Zeit überstehen.
Für das neue Jahr hoffen wir, dass sich die Lage wieder verbessert. Wie oft müssen wir unserem Namen Ehre machen: Hoffnung! Ja, Hoffnung in allem und trotz allem.
Zum Einblick: Hier ist eine aktuelle Übersicht unserer „Hoffnungsfamilie“. Über 20 Kinder konnten wir im vergangenen Jahr in ihre eigenen oder erweiterten Familien integrieren. Dennoch blieb bei uns nie eine Lücke – meist kamen fast unmittelbar neue Kinder und Jugendliche hinzu. Derzeit betreuen wir 70 junge Menschen in unseren verschiedenen Häusern.
- 9 Babys und Kleinkinder bis 4 Jahre, 3 Knabe und 6 Mädchen
- 27 Kinder zwischen 5 und 10 Jahren, 8 Knaben und 19 Mädchen
- 22 Kinder 11 bis 14 Jahre, 10 Knaben und 12 Mädchen
- 12 15-17-jährige Jugendliche, 3 Knaben, 9 Mädchen.

Spendenverwendung und Dank
Die Überweisung von CHF 12 500.- ist am 22. Februar 2024 bei uns eingegangen. Vielen herzlichen Dank dafür!
Ihre Spenden werden wir im Jahr 2025 wie folgt verwenden:
- Wir stellen die Finanzierung für den Kauf von Medikamenten sicher, die wir über das ganze Jahr hinweg immer wieder benötigen.
- Wir decken die Kosten für eine Rechtsanwältin, die sich um alle rechtlichen Angelegenheiten unserer 70 Kinder und Jugendlichen kümmert. Diese Unterstützung ist für uns von grosser Bedeutung und kommt den Kindern enorm zugute.
So, das wäre es für dieses Mal. Ich hoffe, dass ich Euch wieder einen guten Einblick in unsere Arbeit gegeben habe. Von Herzen danken wir Euch allen, dass wir seit Jahren mit Eurer Unterstützung, Eurer Grosszügigkeit und Eurer Treue zu Gunsten unseres Werks rechnen konnten.
Danke schon im Voraus für Eure Hilfe für dieses Jahr!
Viele liebe Grüsse aus Ecuador
Mamita Isabel und die ganze Hoffnungsfamilie

