Bericht Santa Maria de la Esperanza, Olon

Liebe Freunde, Mitglieder und Spender:innen von GRATEFUL CHILDREN

Mit diesem Informationsbericht möchte ich Sie über die Verwendung Ihrer Mitgliederbeiträge und Ihrer Spendengelder im oben erwähnten Zeitabschnitt informieren. Am 20. Februar 2025 hat uns GRATEFUL CHILDREN den Betrag von CHF 12 500.— überwiesen, womit wir folgende Bedürfnisse abdecken konnten:

    • CHF 8 646.50.— wurden für Toiletten- Hygieneartikel und Waschmittel verwendet.
    • CHF 3 853.50.— benötigten wir für den Kauf von Medikamenten.

Wir haben bereits das neue Jahr begonnen – und es ist an der Zeit, Euch wieder etwas aus unserem Land zu berichten: von unserer Arbeit, unseren Freuden, aber auch von den Sorgen, die uns begleiten. Wie geht es Euch in der Schweiz? Ein grosser Denker sagte einmal, die Einschätzung des eigenen Lebens hänge immer davon ab, womit und mit wem man es vergleicht. In diesem Sinne – ja, die Herausforderungen in der Schweiz und jene hier in Ecuador sind ganz verschiedener Art!

Ein Land im Ausnahmezustand 

Wie Ihr sicherlich wisst, hat sich die Situation in Ecuador in den letzten Jahren dramatisch verändert. Aus einem einst friedlichen und gastfreundlichen Land ist ein Ort der Unsicherheit, Angst und Gewalt geworden. Rivalisierende Drogenbanden kämpfen um Macht und Kontrolle über Gebiete – es geht um Millionenbeträge, und in diesen Machtkämpfen gilt das Leben vieler Menschen wenig. Wer in irgendeiner Weise in dieses „Geschäft“ verwickelt ist, lebt in ständiger Gefahr, ermordet zu werden.

Zu allen Tages- und Nachtzeiten kommt es zu Schiessereien: auf den Strassen, in Wohnhäusern, bei Festen, ja selbst in Restaurants. Die Gesellschaft lebt in ständiger Anspannung. Häufig sind es junge Männer, die auf Motorrädern, maskiert und bewaffnet, Anschläge verüben. Sie werden gezielt für solche Aufträge ausgebildet, erhalten präzise Informationen und werden gut bezahlt. Viele von ihnen haben keine Berufsausbildung, keine Arbeit, aber den starken Wunsch, Besitz und Anerkennung zu erlangen – und genau diese Verzweiflung und Sehnsucht wird von den Drogenbanden ausgenutzt.

 

Ursachen einer tiefen Krise

Die heutige Situation ist das Ergebnis vieler Versäumnisse der Vergangenheit. Jahrzehntelang wurde in Ecuador kaum etwas gegen Drogenhandel und Korruption unternommen. Es lohnte sich, wegzusehen, zu schweigen oder das Gewissen gegen Geld zu verkaufen. So konnte sich dieses zerstörerische System ungehindert ausbreiten und festsetzen.

Aufgrund seiner geographischen Lage mit direktem Zugang zum Meer ist Ecuador heute ein zentraler Umschlagplatz des südamerikanischen Drogenhandels – vor allem für Ware, die aus Kolumbien kommt. Inzwischen sind die internationalen Netzwerke perfekt organisiert, und der Einfluss des Geldes hat viele Menschen blind gemacht. Doch auch die Verantwortung liegt nicht allein bei Ecuador: Die hohe Nachfrage nach Drogen in den Vereinigten Staaten und Europa hält diesen Kreislauf am Leben. Es ist ein globales Problem, das keine einfache Lösung kennt und dessen weiterer Verlauf ungewiss bleibt.

Ein Ort der Hoffnung

Mitten in diesem schwierigen Umfeld, auf einem Hügel etwas abseits der Stadt, liegt unser Kinderdorf – ein Ort des Friedens und der Hoffnung. Wir wissen, dass wir die Situation des Landes nicht verändern können, doch in unserem kleinen Wirkungsbereich dürfen wir tagtäglich Gutes bewirken. Zurzeit betreuen wir 80 Kinder und Jugendliche in sieben Häusern – jedes mit einer Pflegemutter, die für Geborgenheit und familiäre Nähe sorgt.

  • 8 Babys und Kleinkinder bis 4 Jahre
  • 24 Kinder zwischen 5 und 10 Jahren
  • 28 Kinder 11 bis 14 Jahre
  • 10 15-17-jährige Jugendliche.

 

Hinter unseren Toren bemühen wir uns Tag für Tag, den Wert des Lebens zu vermitteln und die Freude am Dasein zu stärken. Wir möchten den Kindern und Jugendlichen helfen, ihr Gewissen zu schulen, Mut zu fassen und sich bewusst für das Gute zu entscheiden. Sie sollen lernen, sich lieben zu lassen, Liebe zu schenken, aus Fehlern zu lernen und Verantwortung für ihr eigenes Tun zu übernehmen.

Ein wesentlicher Teil unserer Arbeit besteht darin, die negativen Erfahrungen der Vergangenheit zu überwinden – mit Gottes Hilfe, aber auch durch Gemeinschaft, Vertrauen und Fürsorge. Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen Perspektiven zu eröffnen, sie zu stärken und ihnen den Weg in ein neues, freies und hoffnungsvolles Leben zu ebnen. Auf diese Weise möchten wir unseren Beitrag leisten für ein zukünftiges, friedlicheres Ecuador.

Alltag und Herausforderungen

Das Schuljahr neigt sich nun dem Ende zu, und wir freuen uns über die guten Ergebnisse vieler Kinder. Dank der engagierten Unterstützung durch ihre Lehrer und die regelmässige Hilfe bei den Hausaufgaben konnten erfreuliche Fortschritte erzielt werden. Auch sportlich sind unsere Kinder sehr aktiv. Sie trainieren regelmässig, verbringen viel Zeit an der frischen Luft und nehmen mit Begeisterung an Wettkämpfen teil. Bei der Sportwoche haben sie mehrere Preise gewonnen, worauf sie mit Recht stolz sind.

Unsere Kinder führen ein geordnetes, gesundes Leben: Sie essen ausgewogen, haben ausreichend Schlaf und sind während der Woche ohne Fernseher und Mobiltelefone unterwegs. Dadurch bleibt viel Zeit für Bewegung, Gespräch und gemeinsames Spiel im Freien.

Mit dem Beginn der Ferienzeit verändert sich das Leben im Kinderdorf etwas. Die Hitze ist nun drückend – oft steigen die Temperaturen auf 35 Grad im Schatten – und regelmässige Regenfälle lassen die Natur in sattem Grün erstrahlen. Gleichzeitig treten unzählige Moskitos auf, was Geduld und Gelassenheit erfordert. Einige unserer Kinder können die Ferien bei Angehörigen verbringen, während die meisten in der Stiftung bleiben.

Für sie gestalten wir ein abwechslungsreiches Ferienprogramm: Lernen, Malen, Basteln, Sport, Spaziergänge, Schwimmen im Meer und vieles mehr. Dennoch ist für manche Ferienzeit auch eine Zeit der Sehnsucht. Es schmerzt, wenn niemand zu Besuch kommt, wenn noch keine Adoptiveltern gefunden wurden oder wenn behördliche Prozesse der Adoption zu lange dauern. Diese Momente sind schwierig, doch wir versuchen, sie durch Zuwendung und liebevolle Gemeinschaft auszugleichen.

Blick in die Zukunft

Die finanzielle und gesellschaftliche Lage in Ecuador bleibt angespannt. Die Unsicherheit im Land, zunehmende Korruption und illegale Ausbeutung natürlicher Ressourcen erschweren jede wirtschaftliche Entwicklung. Viele Familien leben in Armut, und die Arbeitslosigkeit wächst. Auch die Stiftung spürt die Auswirkungen spürbar: Der Staat übernimmt in diesem Jahr nur noch die Hälfte der Kosten für die Ernährung der Kinder.

Gerade jetzt wird deutlich, wie notwendig unsere Arbeit ist. Zahlreiche Kinder stammen aus Familien, die durch Drogen, Gewalt oder Vernachlässigung geprägt sind. Medienkonsum ohne Werteorientierung und der Verlust moralischer Massstäbe führen zu weiteren Missständen wie familiärer Gewalt und Kindeswohlgefährdung. Immer wieder werden Neugeborene ausgesetzt, die wir aufnehmen und bis zu ihrer Adoption begleiten.

In all dem Dunkel möchten wir ein Lichtschein der Hoffnung sein. Jede Hilfe, jede Geste der Solidarität trägt dazu bei, dass unsere Arbeit fortgesetzt werden kann – zum Schutz der Kinder, für ihre Zukunft, und letztlich für den Aufbau einer gerechteren und menschlicheren Gesellschaft.

Spendenverwendung und Dank

Die Überweisung von CHF 12 500.- ist am 21. Februar 2025 bei uns eingegangen. Vielen herzlichen Dank dafür! Ihre Spenden werden wir dieses Jahr wieder wie folgt verwenden:

  • Wir stellen die Finanzierung für den laufenden Bedarf von Medikamenten sicher, die das ganze Jahr regelmässig benötigt werden.
  • Wir übernehmen die Kosten für Toiletten-, Hygieneprodukte und Waschmittel

Mit grosser Dankbarkeit dürfen wir auf Eure Unterstützung zählen. Sie gibt uns Kraft, weiterzumachen und täglich aufs Neue das Vertrauen in das Gute zu stärken – für unsere Kinder, für ihre Zukunft und für ein besseres Ecuador.

Mit ganz herzlichen Grüssen

Mamita Isabel und die ganze Hoffnungsfamilie

Bedürfnisse für das Jahr 2026

Medikamente-Kosten, Toiletten-, Hygieneprodukte und Waschmittel.

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